Scheinbar Unbekannte traf man an den vergangenen Wochenenden im St. Josef-Gymnasium an und dies auch noch in größerer Zahl. Vereinzelt schien es so, als würden sie sich in vertrauten Räumen bewegen, an anderen Stellen erweckten sie den Eindruck, komplettes Neuland zu betreten.


Dass der Schein des Unbekannten trügt, erkannte man jedoch schnell an der herzlichen Begrüßung, die Silvio Büchling, als stellvertretender Schulleiter, den Anwesenden entgegenbrachte: Hier waren keine Unbekannten zugegen, sondern gestandene Persönlichkeiten, die ihr Abitur in den Jahren 1995 und 2000 abgelegt hatten und nun wieder zusammenkamen, um untereinander aber auch gemeinsam mit Lehrern in Erinnerungen zu schwelgen. Doch der Reihe nach:

Jahrgang 1995 staunt nicht schlecht - alte Hinterlassenschaften nicht mehr existent Konkret begann Jahrgang 1995 am Samstag, dem 15. November, mit seinem 30-jährigen Abiturjubiläum. Neben dem warmem Empfang durch den damals bei den Schülern sehr beliebten Lehrer Silvio Büchling begrüßte auch der ebenso beliebte Lehrer Mathias Stanischa seine damaligen Schützlinge. 

Herr Büchling begleitete die Ehemaligen mit einer kurzweiligen und sehr interessanten Schulführung durch das heutige Gymnasium. Die Ex-Schüler staunten nicht schlecht über die vielen Veränderungen im Schulgebäude und die modernen Unterrichtsräume. Wo einst Kreidetafeln dominierten, hielten inzwischen digitale Medien Einzug. "Wir mussten uns erst einmal orientieren – das ist ja kaum wiederzuerkennen!" war eine häufig gehörte Äußerung. Doch inmitten des modernen Flairs fanden die Alumni auch das ein oder andere Relikt aus der damaligen Zeit, das wohlige Erinnerungen weckte. Eine kleine Enttäuschung gab es allerdings für einen Teilnehmer: Das legendäre Kaugummi, das er vor 32 Jahren an der Rückseite der Tafel im Chemieraum hinterlassen hatte, war nach so langer Zeit bedauerlicherweise verschwunden. Nach der spannenden Tour durch die Vergangenheit und Gegenwart der Schule setzte sich der Jahrgang in der Gaststätte "Steinernes Haus" zusammen. Bei guten Getränken und leckerem Essen entwickelte sich schnell ein reger Austausch, als wären gar nicht so viele Jahre vergangen. Es wurde gelacht, Anekdoten und Fotos aus der Schulzeit wurden geteilt und über die Lebenswege der letzten drei Jahrzehnte philosophiert. Es blieb das abschließende Fazit: „Wir haben uns kaum verändert!“

Für den überraschenden Höhepunkt des Abends sorgte ein eigentlich als Taxifahrer eingesetzter Angehöriger einer Teilnehmerin. Er entpuppte sich als echter Entertainer und verzauberte die Gesellschaft mit einer spontanen Zauber- und Hypnoseshow. Dieser unerwartete Akt der Magie setzte einen grandiosen Schlusspunkt unter ein rundum gelungenes Jubiläum. Der Abiturjahrgang des St. Josef Gymnasiums Dingelstädt bewies einmal mehr: 30 Jahre mögen vergangen sein, doch die gemeinsamen Erinnerungen und die Verbundenheit zur alten Schule sind ungebrochen. Jahrgang 2000 von Ausstattung der Schule beeindruckt.

Eine Woche darauf, am 22. November: vergleichbares Bild mit neuen Personen. Etwas jünger wirkten nun die Beteiligten, immerhin trat nun der Abiturjahrgang 2000 seinen Gang durch die altehrwürdigen Hallen an. Ebenfalls beeindruckt zeigten sich die Ehemaligen vor allem angesichts der Weiterentwicklung, die die Schule seitdem erlebt hat. Besonders der bestens ausgestattete Chemieraum wurde hier mit wohligem Erstaunen zur Kenntnis genommen. Auch die Umnutzung der ehemaligen Turnhalle in einen Schülertreff als Ort der Begegnung und des Spielens (z.B. Tischtennis, Tischkicker) zog manch neidischen Blick auf sich. Hätte man diese einst fehlenden aber begehrten Möglichkeiten doch ebenfalls zu Nutzen gewusst. Auch dieser Jahrgang setzte sich im Anschluss an die Schulführung im "Steinernen Haus" zusammen.

Komplettiert wurde der Jahrgang von den geladenen Lehrkräften Günther Schneider, Dorothee Vockrodt, Manfred Vockrodt sowie Silvio Büchling. Auf einer Karte konnte jeder Teilnehmer seinen aktuellen Wohnort markieren. So wurde sichbar, wie weit gestreut der Jahrgang inzwischen in Deutschland verteilt lebt und eben nicht mehr dort vereint verweilt, wo einst alles begann - dem Gymnasium St. Josef. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass dieser Ausgangsort für ihre Entwicklung wichtig und wertvoll war. Zahlreiche Erinnerungen und Anekdoten belegten dies und so endete dieser Abend mit einem schönen Bild: Lehrer und Schüler lachend vereint.

Herausgeber und Mitautor: Michael Gremler

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Vor 30 Jahren nahmen die Anwesenden einst auf der Bühne der Aula ihr Abitur entgegen, um anschließend in die Studien- und Berufswelt
einzutauchen. Aus diesem Grund kam der Abiturjahrgang 1995 an gleicher Stelle zusammen.